Sprachunterricht auf den Strassen Florenz - BWZ Weiterbildung

Sprachunterricht auf den Strassen Florenz

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Sprachenlernen einmal anders. Die Teilnehmenden eines Italienischkurses an der Weiterbildung Zofingen wagen sich raus aus der Schulstube. Gemeinsam mit Dozentin Norma Meier besuchen sie die Renaissance-Stadt Florenz. Eintauchen in die italienische Lebensweise, Kunst und Kultur und dabei die eigenen Sprachkenntnisse festigen und verfeinern — so macht Sprachunterricht Spass!

Manchmal ist Sprachenlernen Knochenarbeit. Man kämpft sich durch lange Listen unbekannter italienischer Vokabeln, während man vom sprichwörtlichen «dolce far niente» nur träumen kann. Ehe man sich versieht, bleiben einem der «Proskutto» und die «Bruschetta» im Halse stecken und entlocken dem schockierten Kellner ein verzweifeltes «Mamma Mia!» Wieso machen die Italiener auch aus einem «sch» in «Bruschetta» ein «k» und wiederum aus dem eindeutigen «k» in «prosciutto» ein «sch»? Immer wieder liest man die Grammatikerläuterung im «Con Piacere». Dabei würde man am liebsten gegen Süden reisen, im Schatten einer Pinie einen „aperitivo“ schlürfen und sich angeregt unterhalten. Ja, manchmal ist Sprachenlernen Knochenarbeit.

Aber nur manchmal. Die Teilnehmenden eines Italienischkurses an der Weiterbildung Zofingen nehmen sich das Reisezitat «Besser man sieht etwas einmal, als dass man tausend Mal davon hört» zu Herzen und machen sich mit ihrer Dozentin Norma Meier auf in die  Renaissance-Stadt und Kunstmetropole Florenz.

Gruppendynamik und Individualität gehen Hand in Hand

Es ist Freitagmorgen, 07.00 Uhr im Mai, als unsere Reisegruppe in Olten in den Zug in Richtung Mailand steigt. Schnell werden noch die letzten Post-it Zettel in Langenscheidt’s «Ab in den Urlaub – Italienisch-Sprachtraining für die Reise» gesteckt, der «Reiseführer für Eilige» auf dem Tisch im kleinen Zugabteil deponiert und noch einmal kontrolliert, ob der Pass griffbereit und sicher in der Handtasche verstaut ist. Die Vorfreude ist greifbar. Die Stimmung grandios. In Mailand lässt die Bahnhofsdurchsage die Herzen unserer Italienliebhaber höher schlagen: «Il treno per Firenze parte sul binario due». Mit der «Frecciarossa» – dem italienischen Hochgeschindigkeits-Inter-City – braust die Gruppe in 1 Stunde und 40 Minuten nach Florenz.

Nachdem die Reiseteilnehmerinnen im Hotel Meridiana ihre Zimmer bezogen haben, kann das Abenteuer losgehen. Gemütlich geht’s zu Fuss durch enge Gassen und über eindrucksvolle Plätze ins Zentrum der Medici-Metropole. In einer kleinen Bar gönnt sich die Gruppe einen «aperitivo». Man trinkt auf tolle Tage und «la bella lingua italiana» –«Salute!»

Gruppendynamik und Individualität gehen auf den Sprachreisen der Weiterbildung Hand in Hand. Die Wege unserer Gruppe trennen sich für ein individuell angepasstes Nachmittagsprogramm, welches für jeden etwas zu bieten hat. Ein Teil der Gruppe bleibt bei angeregten Diskussionen und kühlen Drinks in der Bar sitzen. Die Karte hat schliesslich noch einige landestypische Getränke zu bieten. Die anderen zieht es weiter. Eine Gruppe besucht die Franziskanerkirche Santa Croce, deren Grundstein der Legende nach der Heilige Franz von Assisi selbst gelegt haben soll und welche die Grabmäler namhafter Persönlichkeiten wie Machiavelli, Michelangelo und Galileo Galilei beherbergt. Shopping in Florenz ist ein wahres Vergnügen. So zieht es eine Gruppe in die vielen Einkaufsstrassen und Märkte der Stadt, wo günstige Souvenirs und teure Designerware gleichermassen erworben werden können. Schliesslich geniesst die italienische Mode Weltruhm.

Land und Leute kennenlernen

Zum Nachtessen kommt die Gruppe wieder zusammen, um den Tag Revue passieren zu lassen und erneut kulturelles Neuland zu betreten: das «Apericena». «Kitsch» heisst die Bar, welche Schauplatz dieser grossartigen italienischen Symbiose aus Apéro und Nachtessen ist. Der Name ist Programm. Laute Musik beschallt die bunt bemalten Wände und skurrilen Dekorationsgegenstände im Inneren des Lokals. Das Konzept des «Apericena» überzeugt unsere Gruppe restlos: Man bezahlt die Getränke und isst gratis vom reichhaltigen Buffet. Pasta, Pizza, Tortellini, gegrilltes Gemüse, Mozzarella, Käse, Schinken – die weltberühmten Klassiker der italienischen Küche lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch Florenz bei Nacht hat natürlich viel zu bieten. KulturliebhaberInnen pilgern nach dem Essen zum Ponte vecchio und geniessen ein klassisches Konzert, während die anderen sich treiben lassen und sich Italiens weltberühmte «gelato» auf der Zunge zergehen lassen.

Voller Tatendrang und bei strahlendem Sonnenschein macht sich die Gruppe auch am nächsten Tag auf, die Stadt zu erkunden. Ortsansässige Freunde der Dozentin begleiten unsere Reisegruppe und gewähren einen Blick auf die Stadt jenseits der grossen Touristenströme. Zu jedem Gebäude, «Palazzo» oder Museum gibt es eine Geschichte, die man unbedingt hören muss und auch vom Alltag der «fiorentini» wissen die Florenz-Kenner so einiges zu berichten – natürlich auf Italienisch! Beim gemeinsamen Nachtessen im «Ristorante Alfredo» geht unserer Gruppe der Gesprächsstoff nicht aus.

Auch das schlechte Wetter am Sonntag hindert die Gruppe nicht, die letzten Stunden in Florenz in vollen Zügen zu geniessen. In den Einkaufsläden der Stadt oder in der Messe im Dom finden alle Schutz vor dem Regen – die letzten Eindrücke werden aufgesaugt. Man deckt sich mit Rotwein, Schinken und Brot ein: «La festa» im Zug geht weiter.

Die Aussicht auf dem Piazzale Michelangelo, wo sich alle zum Gruppenbild einfinden, verschlägt einem fast die Sprache. So, genau so möchten die Teilnehmenden der Florenzreise ihren Ausflug in Erinnerung behalten. Wohin geht wohl die nächste Reise? Vielleicht nach Rom?

Möchtest auch du bei der nächsten Reise dabei sein? Hier geht’s zu unseren Italienischkursen.

Die Autorin

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