Merry Christmas – ein Weihnachtstext für Weihnachtsmuffel - Weiterbildung Zofingen

Merry Christmas – ein Weihnachtstext für Weihnachtsmuffel

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Menschen, 13. Dezember 2021, Isabel Matter

Bildquelle: lynda-hinton-unsplash

Die Tage werden kürzer, die Morgen erstarren in klirrender Kälte, das alte Jahr neigt sich unwiderruflich seinem Ende zu. Deutliche Vorboten, dass der Winter vor der Tür steht – und mit ihm die Vorweihnachtszeit.

Gemäss meiner Erfahrung führt dies dazu, dass du die Menschen in deinem Freundeskreis grob in zwei Kategorien einteilen kannst:

Die einen werfen sich mit leuchtenden Augen und roten Backen den dicken Wintermantel über die Schultern, montieren die gefütterten Stiefel und hüllen die letzten noch unbedeckten Körperstellen in Schal, Mütze und Handschuhe – vorzugsweise mit Rentier-Motiv. Warm eingepackt flanieren sie Glühwein schlürfend über den festlich dekorierten Weihnachtsmarkt. Mit besinnlicher Gelassenheit wählen und verpacken sie die Geschenke für die erweiterte Verwandtschaft, verwandeln Haus und Garten in Santas Grotte, stechen Kekse aus klebrigem Teig aus, basteln und verschicken Weihnachtskarten und kochen Fondue Chinoise für 20 Leute! Stress? I wo!

Die anderen beobachten das Geschehen ab Ende Oktober argwöhnisch. Kopfschüttelnd deuten sie auf die weihnächtliche Auslage in den Geschäften, welche JEDES JAHR FRÜHER mit dem Weihnachtskommerz beginnen und die eigentliche Idee von Weihnachten korrumpieren. Ihre Geschenke besorgen solche Weihnachtsmuffel (unter tiefen Seufzern und Protest) am 23. Dezember. Und natürlich steuern sie an der festlich gedeckten Tafel den obligaten Spruch bei: «Also eigentlich ist so Fleisch aus der Suppe gezogen gar nicht gut, oder?»

Als echte Weihnachtsenthusiastin gehöre ich zur ersten Gruppe. Auch wenn bei mir die besinnliche Gelassenheit spätestens Mitte Dezember in vorweihnachtlichen Stress umschlägt, kann nichts und niemand meine Festtagsstimmung trüben. Diese versuche ich auch jedes Jahr auf meine nicht-ganz-so-begeisterten Freund:innen und Familienmitglieder zu übertragen. Mit mässigem Erfolg. Ein echter Weihnachts-Miesepeter lässt sich nicht von «aber schau doch, wie alles schön leuchtet!» und «mmh, riech mal, wie das herrlich duftet» bekehren.  Da muss man härteres Geschütz auffahren! Oder mit einer individualisierten Strategie aufwarten. Ich habe nämlich aus meinen vergangenen Fehlern gelernt und die Erkenntnis gewonnen, dass es DEN Weihnachtsmuffel nicht gibt. Ich teile sie in vier Kategorien ein und begegne allen mit einer passenden Strategie.

1. Die Gestressten

Die Gestressten haben nicht per se etwas gegen Weihnachten. Oder die Vorweihnachtszeiten. Sie hegen keine Abneigung gegen dekorierte Städte, Häuser und Gärten. Das alles fänden sie ganz wunderbar, wäre es nur nicht so stressig. Der Cortisol Level schiesst pünktlich zum 1. Advent in die Höhe und bleibt bis nach Neujahr auf dem Jahreshöchstwert. Die langen Schlangen im Supermarkt, komplizierte Festtagsmenus, die zeitaufwändige Jagd nach passenden Geschenken, der Stapel Neujahrskarten: Stress pur! Da reicht eine wöchentliche Yoga-Stunde bei weitem nicht, um alles wieder einzurenken.
Mein Tipp für euch: Koffer packen und verreisen. Fahrt irgendwo hin, wo ihr die Vorweihnachtszeit tiefenentspannt, geniessen könnt. Eine Reise nach New York böte sich an. Bewundert den Weihnachtsbaum am Rockefeller Center, während ihr auf Schlittschuhen übers Eis saust. Geniesst das Funkeln, Leuchten und Blinken der Weihnachtsdekoration. Lasst euch von Tschaikowskis Musik im Nussknacker in eine andere Welt entführen. Abends setzt ihr euch gemütlich an den feierlich gedeckten Restauranttisch. Keine Arbeit. Keine Familienfeier. Kein Küchenmarathon.

2. Die Gelangweilten

Zugegeben – Weihnachten ist eher etwas für Traditionalist:innen. Innovation ist das ganze Jahr Trumpf. Im Dezember aber wird der Ruf nach Neuerungen leise. Die Festtage sind geprägt von immer wieder kehrenden Ritualen. Dies ist nicht jedermanns Sache. Die Dekoration. Die Kekse. Die Märket. Das Fondue Chinoise. Immer gleich. Jedes Jahr.
Du findest das langweilig? Auch für dich ist eine Reise das richtige Rezept. Am besten jedes Jahr an einen neuen Ort. In Spanien kannst du zu Weihnachten einen sehr grossen Batzen Geld gewinnen. In Venezuele rollst du auf Inlineskates in die Kirche. In Irland nehmen besonders Abenteuerlustige am traditionellen «Christmas Swim» teil. Ganz sicher ist da für jeden etwas dabei!

3. Die «Gfrörlis»

Für die «Gfrörlis» gilt im Prinzip das gleiche wie für die Gestressten. Weihnachten an sich wäre «Ho Ho Ho!» Anders als den Gestressten machen den «Gfrörlis» aber nicht die erhöhten Cortison-Werte das Leben schwer. Sie leiden unter der Kälte. Dass sich die Sonne in der Regel im Dezember ziemlich rarmacht, verschärft das Problem zusätzlich. Sie würden gerne über den Weihnachtsmarkt und durch die festlich geschmückte Stadt flanieren, wenn es nur nicht so verdammt kalt wäre. Auch die 5. Tasse Glühwein vermag dieses Problem nicht zu lösen. Im Gegenteil!
Auch für die «Gfrörlis» liegt die Lösung auf der Hand. Koffer packen und ins Flugzeug steigen. In Australien erwarten euch ganz viel Deko, künstlicher Schnee, «white Christmas» – bei hitzigen Temperaturen. Beim traditionellen Barbecue am Strand zieht garantiert auch der Kälteempfindlichste unter den «Gfrörlis» die «Santa-Clause-Mütze» aus, um sich mit einem Sprung ins Meer abzukühlen.

4. Der echte Weihnachtsmuffel

Ihr seht, die meisten Weihnachtsmuffel haben nicht tatsächlich etwas gegen die Feiertage, ihnen machen eher die Begleitumstände zu schaffen. Dies gilt allerdings nicht für den Typus des echten Weihnachtsmuffel. Diese Weihnachtsmiesepeter mögen Weihnachten und alles, was dazu gehört, einfach nicht. Kein geschmückter Tannenbaum. Kein Weihnachtsmarkt. Kein traditionelles Familienessen. Schon gar keine Weihnachtsmusik. Da ist nichts zu machen. Also fast nichts.

Meine Lösung für euch lautet einmal mehr: Ihr müsst weg. Ziemlich weit weg. Irgendwo hin, wo man Weihnachten nicht feiert. Allerdings wird dies im Zuge der Globalisierung immer schwieriger. Das Weihnachtsfest ist nämlich weltweit auf dem Vormarsch. Ich bin aber sicher, ihr findet irgendwo eine einfache Blockhütte im Wald oder einen Bungalow am Strand, wo ihr euch verkriechen könnt, bis im Januar alles wieder für ein Jahr überstanden ist!
In diesem Sinne wünsche ich euch allen, egal welcher Gruppe ihr euch zugehörig fühlt, schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die Autorin

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